Mammographie

Was ist eine Mammographie?
Bei der Röntgenuntersuchung der Brust werden vergleichsweise weiche Röntgenstrahlen zur Bilderzeugung verwendet, da nur in dieser Weise ein guter Kontrast zwischen dem Brustgewebe (Fettgewebe, Drüsengewebe, Haut, Gefäße) und krankhaften Veränderungen der Brust erzielt werden kann. Um die Schärfe des Bildes zu verbessern, muss eine Bewegung der Brust während der Röntgenuntersuchung vermieden werden. Hierzu ist die Kompression der Brust notwendig. Diese Kompression verringert nicht nur Bewegungsunschärfen bei der Aufnahme, sondern erhöht gleichzeitig den Kontrast und die Erkennbarkeit kleinster Strukturen. Eine gute Kompression verringert darüber hinaus die Strahlenbelastung, und zwar bei einer Kompression um 1 cm auf etwa die Hälfte. Die Kompression, welche als unangenehm oder unter Umständen sogar als schmerzhaft empfunden werden kann, dauert nur wenige Sekunden und lässt automatisch nach kurzer Belichtungszeit nach.

Die Mammographie ist zur Zeit das beste Verfahren zur Brustkrebs-Früherkennung. Die Strahlenbelastung ist mit modernen Geräten so gering, dass ihr Nutzen eindeutig das minimale Strahlenrisiko bei weitem überwiegt. Durch regelmäßige Mammographiekontrollen kann die Brustkrebs-Sterblichkeit der Frauen um 30% gesenkt werden (gem. Studien aus den USA, Skandinavien, u.a.).

Die Krebsliga Schweiz empfiehlt die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs. Broschüren zu den Themen Brustkrebs und Mammographie erhalten Sie unter diesem Link (Seite der Krebsliga Schweiz).

Unsere Praxis verfügt über das neueste digitale Vollfeld-Mammographiesystem der Firma Giotto zur Erzeugung digitaler Bilder von höchster Qualität.

Für die Frau hat das Verfahren den Vorteil, dass die Strahlenbelastung noch niedriger ist als bei der konventionellen Mammographie. Die Aufnahmedauer für die einzelnen Bilder ist kürzer und außerdem entfallen die Wartezeiten für die Filmentwicklung. Es werden jeweils 2 Röntgenaufnahmen pro Brust angefertigt. Die Brust wird einmal von oben nach unten (craniocaudaler Strahlengang [„CC“]) bzw. schräg von innen unten nach außen oben (mediolateraler schräger Strahlengang [„MLO“]) komprimiert und geröntgt. Falls dies zur Abklärung eines unklaren Befundes notwendig ist, können zusätzliche Aufnahmen angefertigt werden.

Bei digitalen Aufnahmen erfolgt keine Belichtung auf Film, sondern eine digitale Umwandlung über eine Detektorplatte. Die Daten werden also digital gespeichert. Die Auswertung der Röntgenbilder erfolgt computergestützt. Die Bilder können damit am hochauflösenden Bildschirm mit Hilfe spezieller Software-Programme bearbeitet werden. Details können dabei vergrößert oder die Kontraststärke variiert werden. Mikroverkalkungen, die oft ein Hinweis auf Brustkrebs sind, können so besser beurteilt werden. Zum Beispiel lassen sich zu dunkele Stellen im Bild aufhellen, wodurch eine Wiederholung der Aufnahmen vermieden werden kann. Die Diagnosestellung wird damit erheblich vereinfacht. Gleichzeitig werden Ihrer Bilder durch Lasertechnik auf einem Röntgenfilm ausgedruckt.

Der Röntgenarzt/-ärztin wird mit Ihnen anschliessend den Befund kurz besprechen und evt. eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Brüste durchführen, dies zwecks Präzisierung der Mammographiebefunde

Indikationen (Wann sollte mammographiert werden?)
Die Mammographie ist zur Abklärung von an der Brust auftretenden Veränderungen wie Knoten, Hauteinziehungen, Verziehungen der Brustwarze, Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze und vergrößerten Lymphknoten der Achsel indiziert. Sie wird als Früherkennungsmaßnahme für Frauen ab dem 50. Lebensjahr in zweijährigem Abstand empfohlen bzw. in 1-jährigem Abstand, wenn besondere Risikofaktoren bestehen (eine bereits durchgemachte Brustkrebserkrankung, eine Brustkrebserkrankung der Mutter oder Schwester, wenn in den Wechseljahren Hormone eingenommen werden).

Kontraindikationen (Wann darf nicht mammographiert werden?)
Absolute Kontraindikationen gibt es bei der Mammographie nicht. Vor dem 35. Lebensjahr, insbesondere aber vor dem 20. Lebensjahr, sollte eine Mammographie jedoch wegen der Strahlenbelastung nur bei strengster Indikationsstellung (dringender Verdacht auf Brustkrebs) durchgeführt werden. Selbst eine Schwangerschaft ist keine absolute Kontraindikation zur Röntgenmammographie, wenn der dringende Verdacht auf Brustkrebs besteht. In beiden Fällen sollte zuerst versucht werden, mittels Ultraschall eine Diagnose zu stellen. Bei einer Silikon-Aufbauplastik ist eine Mammographie zur Beurteilung des Drüsenkörperrestes möglich.

Vorbereitung:

  • Keine
  • Die Mammographie sollte nach Möglichkeit innerhalb der ersten 10 Tage nach Beginn der Menstruation vereinbart werden, da die Brust zu diesem Zeitpunkt am wenigsten empfindlich ist
  • Keine Bodylotion oder Hautcrème auf der Brust am Untersuchungstag einreiben.


Weitere bildgebende Möglichkeiten in der Brustdiagnose:

Mammasonographie (Ultraschall der Brust)
Die Ultraschalluntersuchung der Brust ergänzt die Mammographie. Sie liefert wichtige Zusatzerkenntnisse bei Knotenbildungen. Bei röntgendichtem Drüsenkörper ist es möglich, dass Tumoren in der Mammographie nicht gut sichtbar sind (vgl. Bilder rechts oben). Diese sind im Ultraschall trotzdem zu sehen. Unklare Veränderungen können durch eine ultraschall-gesteuerte Punktion (sogenannte Stanzbiopsie) sicher und schnell abgeklärt werden. Leider ist mit der Mammasonographie (Mamma-Ultraschall) alleine keine Früherkennung von Brustkrebs möglich, da diese Untersuchung nicht die feinen Details (z.B. feinste Verkalkungen) nachweisen kann, was mittels der Mammographie möglich ist.
Allgemeine Informationen zum Ultraschall.
Informationen zur Ultraschall gesteuerten Vakuum assistierten Brustbiopsie.

Kerspintomographie der Brust (MR-Mammographie)
Die Routineabklärung der Brust bezüglich Mammakarzinom und anderen Erkrankungen ist primär die konventionelle Mammographie und die Sonographie. Es gibt jedoch Situationen, in denen das MRI der Brust nötig ist. Die Indikationen sind heute durch die European Society of Breast Imaging (EUSOBI) wie folgt festgelegt:

1. Mammakarzinomstaging

* bei dichter Brust
* Ansprechen auf neoadjuvante Chemotherapie
* Resttumor bei positiven Resektionsrändern

2. Mammakarzinomscreening bei Hochrisikopatientinnen (lifetime risk > 20%)

3. Verdacht auf Prothesenruptur

Keine Indikation für ein Mamma-MRI ist ein sonographisch oder mammographisch suspekter Herd. Dieser sollte direkt biopsiert werden. Eine Ausnahme bilden grössere Kluster von suspekten Mikrokalzifikationen, wo das Mamma-MRI hilfreich für eine adäquate Biopsie sein kann.

Feinnadelpunktion (FNP)
Zur weiteren Differenzierung verdächtiger Veränderungen an der Brust kann eine Feinnadelpunktion notwendig sein. Mit einer dünnen Nadel wird die abzuklärende Veränderung punktiert und sog. Zellmaterial abgesaugt. Dieses Material wird dem Zytologen zur mikroskopischen Beurteilung geschickt.
Informationen zur Vakuum assistierten stereotaktischen Brustbiopsie.

Selbstuntersuchung der Brust
Die einfachste Methode, Veränderungen an der Brust frühzeitig zu erkennen, ist die Selbsuntersuchung. Jede Frau sollte einmal im Monat, möglichst unmittelbar nach der Periode, die Brust selbst untersuchen und auf Veränderungen, Verfärbungen, Einziehungen, Vorwölbungen und Verhärtungen achten. Eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust finden Sie in den Videos (rechte Spalte), die uns freundlicherweise von der Krebsliga Schweiz zur Verfügung gestellt worden sind.