MR-gesteuerte Prostatabiopsie

Worum geht es?
Bei einer Prostatabiopsie handelt es sich um die Entnahme von Gewebe aus der Vorsteherdrüse (Prostata) zur mikroskopischen Untersuchung. Die Prostatabiopsie erfolgt ambulant unter leichter Sedation.
Warum eine MRI gesteuerte Biopsie?
Wenn aufgrund der klinischen Untersuchung oder aufgrund eines erhöhten PSA-Wertes (Prostata Specific Antigen) der Verdacht auf ein Prostatakarzinom vorliegt, wird eine Ultraschall gesteuerte Biopsie durchgeführt. Wenn diese Biopsien keinen Hinweis auf das Vorliegen von Prostatakrebs ergeben, kann mittels MRI (Magnetic Resonance Imaging) die Prostata genauer untersucht werden. Findet sich im MRI ein verdächtiger Herd, kann eine MRI gesteuerte Biopsie durchgeführt werden. Im Gegensatz zur Ultraschall gesteuerten Biopsie werden nur suspekte Areale gezielt biopsiert.

Wie sicher ist eine Prostatabiopsie?
Die Prostatabiopsie ist ein sicheres Verfahren. Nach heutigem Wissensstand kommt es nicht zur Ausbreitung der Tumorzellen im Stichkanal oder zu einer Begünstigung der Entstehung von Tumorabsiedelungen. Auch findet keine Beeinflussung des Wachstumsverhaltens des Prostatakrebses statt. Für die Zeit der Biopsie erhalten Sie eine kurze Sedation (Dormicum) intravenös. Sollten Sie sehr nervös sein, können Sie auch 2 Stunden vor der Biopsie ein Temesta einnehmen (bitte mit dem Hausarzt vorbesprechen).

Muss ich mich vorbereiten?
Zur Vermeidung von Infektionen müssen Sie am Abend und am Morgen vor der Biopsie ein Antibiotikum zu sich nehmen (Ciproxin 500mg) und über 5 Tage morgens und abends weiter einnehmen (jeweils mit viel Wasser auf nüchternen Magen oder vor dem Essen). Ein Rezept dafür erhalten Sie von dem zuweisenden Urologen/Hausarzt (oder auf Anfrage auch von uns). Sie werden bei der Planung der Untersuchung darauf Aufmerksam gemacht, dass Sie Blut verdünnende Medikament vorgängig absetzen sollten (z. B. Aspirin®, Marcumar®, Plavix®, Efient® etc.). In diesem Fall sollten Sie die aktuellen Gerinnungswerte (Quick, INR) am Tag vor der Biopsie bei Ihrem Hausarzt bestimmen lassen und uns die Werte zukommen lassen (oder am Tag der Biopsie mitbringen).

Wie geht die Biopsie im MRI vor sich?
Für die Biopsie müssen Sie auf dem Bauch liegen. Wir werden dafür sorgen, dass Sie so bequem wie möglich positioniert werden. Die exakte Positionierung der Nadel mit MRI-Bildern kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die Biopsie selbst ist ein relativ kurzer Vorgang (meist werden nur 2 – 3 Biopsien von einem Tumor-verdächtigen Areal entnommen). Je nach Komplexität der Biopsie beträgt die Dauer für das gesamte Procedere 45 – 90 Minuten.

Wie weiter?
Nach der Biopsie finden sich häufig kleinere Mengen Blut im Urin, im Samenerguss oder auf dem Stuhl. Eine ernsthafte Blutung tritt aber nur sehr selten auf. Ein leichtes Druckgefühl im Enddarm ist normal. Sollten aber Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufprobleme auftreten, sollte unverzüglich der zuweisende Arzt aufgesucht werden.
Die Untersuchung und Aufarbeitung der entnommenen Gewebeteile durch den Pathologen kann einige Tage dauern. Sie werden von dem zuweisenden Arzt (meist der Urologe) über die Untersuchungsresultate und das weitere Prozedere informiert. Blut verdünnende Medikamente sollten Sie – sofern nicht anders mit Ihnen besprochen – nach der Biopsie wieder wie gewohnt einnehmen.