1. February 2019

MRI Herz (CMR)

Das Herz bietet eine grosse Herausforderung für die Bildgebung, da es ständig in Bewegung ist. Seit mehreren Jahrzehnten wird das Herz mit Ultraschallbildern dargestellt. Als invasives Verfahren wird zudem seit Jahren erfolgreich die digitale Subtraktionsangiographie zur Darstellung der Herzhöhlen, der Herzkranzgefässe (Koronarien) und der grossen abgehenden und zuführenden Gefässe angewandt. Zunehmend gewinnt auch die Computertomographie (Herz-CT) – insbesondere für die nicht invasive Koronardiagnostik – an Bedeutung.

Herz-MRI
Das Herz-MRI (CMR, Cardiac Magnetic Resonance) ist eine zusätzliche nicht invasive (d. h. man muss nicht mit einem Katheter in die Arterien bzw. das Herz hinein) Methode, die ohne Röntgenstrahlung auskommt. Die neuen Möglichkeiten bestehen in der präzisen Bestimmung des Zustandes des Herzmuskels bei der koronaren Herzkrankheit (als häufigste Form) sowie bei allen anderen nicht koronaren Kardiopathien (Herzkrankheiten). Es ist möglich, neben der genauen Bestimmung der Herzfunktion und der Visualisierung der Viabiltät des Herzmuskels verschiedene andere Reaktionsmuster des Myokards (Herzmuskels) darzustellen, die durch akute oder chronische Ischämie (Minderversorgung mit Blut) hervorgerufen werden. Dadurch kann der Krankheitswert einer Gefässstenose (Verengung) bzw. die Auswirkung auf das Myokard sehr präzise dargestellt werden, was für eine adäquate Therapie wichtig ist.


Flussmessungen
Mit dem Herz-MRI kann der Blutfluss über den Herzklappenöffnungen sehr genau gemessen sowie die Klappen selbst sehr zuverlässig dargestellt werden. Auch Veränderungen im Bereich des Herzbeutels können dargestellt werden.

Technik des kontrastmittelverstärkten Stress-CMR
Häufig ist die Beeinträchtigung der Blutversorgung des Herzmuskels nur unter Belastung (Stress) erkennbar. Mit Adenosin, einem Mittel, welches zu einer Erweiterung der Herzgefässe führt, liegt ein sicheres Mittel vor, um diese Art krankhafter Veränderungen zu erkennen. Dabei wird während 6 Minuten Adenosin intravenös verabreicht. Die Pulsfrequenz steigt in der Regel nur wenig an, es können aber Symptome wie leichtes Schweregefühl in den Armen und Beinen sowie ein leichter Druck auf der Brust und Schwindel auftreten. Es folgt eine intravenöse Kontrastmittelinjektion. Ziel ist es, aus dem Muster der Anflutung, Verteilung und des Abflusses Diagnosen und Prognosen bezüglich der Herzerkrankung zu stellen.

Herz-MRI
Herz-MRI Querschnitt